Der IT-Verlag Heise lud ein zum ersten Kongress „Open Source meets business“ in Nürnberg. Beeindruckend war die Anzahl und Breite der angebotenen Vorträge, die fast alle vom Open Source Praxis Einsatz in großen und mittelständischen Unternehmen berichteten. Die Nutzung von Open Source gehört mittlerweile zum guten Ton, eine Entwicklung, die sich in den vergangenen Jahre kontinuierlich aber still vollzogen hat.

Schwerpunkt des Open Source Einsatzes ist jedoch nach wie vor die Backend Infrastruktur. Präsentationen über Desktop-Linux oder Open Source Anwendungen waren in der Minderheit. Beklagt wurde häufig die immer noch große Unsicherheit beim Support. Um so erstaunlicher war es, dass Vertreter von vielen großen IT-Beratungshäusern fehlten.

DLD06: Zweiter Tag
25. Januar 2006 | Geschrieben von Jörg Bienert | Keine Kommentare »

Der zweite Tag begann mit einem sehr interessanten Panel über Metro Media. Hier glänzte vor allem Felix Petersen, der das gemeinsam mit Stefan Kellner entwickelte Portal PLAZES.COM vorstellte. Jyri Engestroem zeigte, wohin die Reise mit Mobile Devices gehen wird. Open Source und Open Networks werden mobile Geräte zu universellen Tools machen, über die sich Mitglieder der social community definieren (?).

Felix Petersen

Der Höhepunkt des Tages war zweifellos das Panel mit Esther Dyson von cnet, Marissa Meyers von Google und Martin Varsavsky von fon, die über „The next big Thing“ sinnierten. Während Dyson und Meyers eher blass blieben, glänzte Varsavsky mit provokanten Thesen wie „Die Bedeutung von Werbung als Geschäftsmodell wird abnehmen“ und „Die Zukunft gehört der Kommunikation ohne Buchstaben, sondern über Audio und Video“. Er lobte Google für seine kreative, innovative Arbeitsumgebung und vor allem für seine Weigerung, Daten an die US-Regierung weiterzugeben (und erhielt dafür entsprechenden Beifall). Leider hatte Varsavsky nicht die Gelegenheit über sein spannendes Projekt “fon.es” zu berichten.

Im Panel Innovation verbreiteten die deutschen Vertreter von O2, Intel, Logitech, Microsoft, BMW eher Langeweile und Allgemeinplätze wie z.B.: Innovation is source for growth (O2); Innovation must be managed (Intel); Innovation needs to enrich sonsumer life (Logitech); We spend 8 billon dollars for Innovation (Microsoft); Innovation needs brand awareness (BMW).

Etwas aus der Reihe fiel der Vortrag über die Entwicklung des Computers von George Dyson, wobei sich erneut herausstellte, dass die Leistung von Konrad Zuse in USA gänzlich unbekannt ist. Die Präsentation des Honda-Roboters Asimo zeigte, wie weit die Robotik mittlerweile entwickelt ist, und welcher Weg noch vor den Ingenieuren liegt.

Fazit: Eine hochkarätige Veranstaltung. Auf eine Reihe von Beiträgen hätte man verzichten können, um bei den wirklich interessanten Themen mehr in die Tiefe zu gehen.

Der DLD06 begann mit einem interessanten Panel zum Thema blogs und „grassroots journalism“ unter dem Titel „We the media“. Dan Gillmor berichtete über die Bloggerszene in USA. Loic le Moir, der Nummer 1 Blogger in Europe gab einen spannenden Überblick über die Bloggosphäre Frankreichs. Dort lesen 73 % der Internet Nutzer dort regelmäßig blogs von insgesamt ca 4,2 Millionen Bloggern. Blogs spielten z.B. eine große Rolle in den letzten Wahlen und den Aufständen in den Pariser Vororten.

Nachdem das Fotomodel Anina über den erfolgreichen Einsatz von blogs in der Modeszene berichtete, zeigte Gaby McIntyre (Xolo.TV) sehr plastisch, wie die Vlog-Szene in den Niederlanden funktioniert und welche Möglichkeiten hier bereits genutzt werden. Nach all diesen Showcases drängt sich natürlich die Frage auf, was ist mit der Durchdringung der Bloggosphäre in Deutschland ? Warum ist Deutschland hier noch lange nicht so weit wie andere westliche Länder. Liegt es an der Mentalität der Deutschen bezüglich der Selbstdarstellung, sind die Deutschen nicht gewohnt zu „schreiben“ sowie die Amerikaner, oder ist es wieder einmal die grundlegende Skepsis gegenüber neuen Technologien.

Das folgende Panel „Learning from Asia“ war hingegen recht schwach. Einige sehr interessante Aspekte der Internet Entwicklung in China, Indien und Korea wurden nur oberflächlich angekratzt. Es hätte sich gelohnt mehr in die Tiefe zu gehen, da hier enormes Potential hinsichtlich neuer Ideen und der schieren Masse der Internet Nutzer vorhanden ist. Die Veranstaltung wäre eine gute Gelegenheit gewesen, vor allem, da die eigene Recherche im asiatischen Internet aufgrund der Schriftzeichen recht schwierig ist

Nach Vorträgen vom Chairman Hubert Burda und Joseph Vardi über “What matters” und der Präsentation von Dan Dalino (CBS) neuesten Gadgets (Sony PSP etc. – weniger spannend-) ging es weiter mit einem Panel zum Thema „Broadband und Triple Play“.

Herr Kofler berichtete sehr emotional über seine Vision vom TV in 2010 bestehend aus IP-TV, Interactive TV sowie Television on Demand, und er schien noch sichtlich frustriert über den verlorenen Deal mit den Bundesligarechten. Für Reiner Beaujean, CEO von T-Online sind die Megatrends: Konvergenz der Medien und die zunehmende Macht der Kunden. Triple Play bringt dabei die Bereiche Broadband, Telefonie und Entertainment / TV zusammen. Kritisch ist hierbei vor allem die Frage, wie die Kunden dazu motiviert werden können, Broadband in ihr Wohnzimmer zu integrieren. Es war schade, dass hier nicht auf die Themen blogging und grassroots aus dem ersten Panel eingegangen wurde, sondern lediglich die zentral gesteuerten Content-Formate Berücksichtigung fand.

Nach einer langen (->Politikerin) Rede von Vivianne Reding (EU-Kommissarin für International Society and Media !) fokussierte sich das Panel „Europe Catches up“ auf Thematik „Entrepreneurship Deutschland und Europa“ . Es ist sicherlich keine neue Erkenntnis dass das Unternehmertum in Deutschland nicht gerade groß geschrieben wird. Dies hat die bekannten Gründe (German Angst, Schlechtes Investitionsklima, Sicherheitsdenken und und und). Es gibt viele Beispiele von Innovationen die aus Europa kommen, aber erst in den USA zu Erfolgen wurden (mp3, linux, lastminute.com etc.) Die Herausforderung für die Gesellschaft, die Wirtschaft und die Politik bleibt, dieses Klima zu ändern. Man bleibt optimistisch.

Burda Digital Lifestyle Day 2006

empulse startet paguna
17. Januar 2006 | Geschrieben von Jörg Bienert | Keine Kommentare »

Mit paguna.com haben wir ein neuartiges Hotelbuchungsportal gestartet. Durch den intensiven Einsatz von AJAX ist es möglich geworden, den gesamten Buchungsprozess auf einer einzigen Webseite abzubilden. Dies hat eine Reihe von Vorteilen:

  • Der Benutzer braucht nicht mehr mehrfach zwischen verschiedenen Seiten hin und herzuschalten
  • Er weiss stets genau, in welchem Status sich die Applikation befindet
  • Der Such- und der Buchungsvorgang kann wesentlich schneller und übersichtlicher durchgeführt werden

Wir haben bei dem Konzept der Site entsprechend der Philosophie von Web 2.0 stets den Benutzer im Fokus gehabt und technische Restriktionen, Suchmaschinenoptimierung etc. hintenangestellt. Erste Usability-Tests haben uns dabei den Erfolg dieses Ansatzes bestätigt.

Paguna ist unseres Wissens nach die erste kommerzielle Website, die intensiv AJAX nutzt, um neue Usability-Konzepte zu realisieren. Wir sind gespannt auf das Echo und arbeiten derzeit an weiteren Projekten für andere Branchen.

Paguna