Wo bleiben die Offline-Anwendungen?

Ende Mai hat Google mit Google Gears eine Software unter einer freien Lizenz zur Verfügung gestellt, die es ermöglicht, typische Online-Services Offline nutzbar zu machen. Über die Vorteile und die Realisierung von Google Gears hatten wir zeitnah berichtet.

Nach zwei Monaten ist es Zeit, eine kurze Bestandaufnahme vorzunehmen.

Synchronisierung Fangen wir zuerst mit den positiven Nachrichten an: Nicht ganz eine Woche nachdem Google Gears veröffentlicht wurde, hat Remember the Milk eine Möglichkeit eingebaut, die Funktionalität auch Offline zu nutzen.

Remember the Milk ist ein innovativer (Online-) Dienst zur kostenlosten Verwaltung von Aufgabenlisten. Das klingt vergleichsweise langweilig, aber macht mit diesem Dienst richtig Spaß. Neben Google Gears werden auch eine Reihe anderer typischer Web 2.0-Techniken eingesetzt. So ist es beispielsweise möglich sich auf einer Vielzahl von Kommunikationswegen an anstehende Aufgaben erinnern zu lassen, Aufgaben können auf einer Google Map lokalisiert und via Tagcloud visualisiert werden.

Wie sieht es aber mit Google Mail, dem Google Calendar oder anderen Web 2.0-Tools aus, die bei einer möglichen Offline-Nutzung unmittelbar einen großen Nutzenzuwachs bieten?


Bisher gibt es außer dem initialen Google Reader und Remember the Milk keinen weiteren bekannten Dienst, der Google Gears integriert hat.

So hat beispielsweise Google Docs & Spreadsheets Ende Juni ein neues Design verpasst bekommen, inklusive einer stark verbesserten AJAX-Oberfläche. Eine Offline-Nutzung ist jedoch nicht realisiert worden.

Google Docs & Spreadsheets

Nun hat Google Gears das Beta-Stadium noch nicht verlassen. Das hat es allerdings mit einer Vielzahl von Web 2.0-Diensten gemeinsam. So ist es verwunderlich, dass bisher nicht noch mehr Dienste eine Offline-Nutzung realisiert haben. Google Gears läuft zwar “nur” auf einer begrenzten Anzahl von Systemen (Mac und Linux: Nur Firefox, Windows: Firefox und Internet Explorer), aber diese decken die übergroße Zahl aller Nutzer ab.

Vorschub wird der zukünftigen Nutzung allerdings die Integration von Google Gears in verschiedene AJAX-Libraries wie Flex und Dojo geben.

Im August steht für die Google Gears Entwickler die Fertigstellung einer Cross-Origin API und eine Verbesserung des WorkPools auf dem Programm. Ende September soll dann die Internationalisierung vorangetrieben werden. Zum einen wird die UI in Französisch, Italienisch, Deutsch, Spanisch, Chinesisch, Japanisch, Koreanisch, Brasilianisch und Portugiesisch übersetzt, zum anderen soll die Volltextsuche dann neben Englisch auch andere Sprachen durchsuchen können.

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch die Entwicklung des Firefox 3. Dieser soll ebenfalls eine lang angekündigte Offline-Funktionalität aufweisen. In der aktuellen Alpha-Version ist sie allerdings noch nicht enthalten.

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