Nach einer fünfmonatigen geschlossenen Beta-Phase, kann seit gestern jeder bei der Suchmaschine Wikia Search mitmachen. Die Suchmaschine verfolgt, anders als konventionelle Suchmaschinen wie Google oder die MSN Live Search, den Ansatz, dass die Suchergebnisse von den Nutzern gepflegt werden. Jeder, der zu einem bestimmten Suchbegriff eine gute Webseite kennt, kann diese bei Wikia Search hinterlegen. Die so gespeicherten Internetadressen können von den Nutzern anschließend bewertet, verändert oder bei Bedarf auch wieder gelöscht werden.
Anders als bei den vollständig auf Suchalgorithmen basierenden konventionellen Suchmaschinen, verspricht man sich bei dem Wikipedia-Ableger durch die manuelle Pflege der Daten langfristig bessere Suchergebnisse. Das eine Beeinflussung der Ergebnisslisten durch User nicht immer gut sein muss, kann man sich (insbesondere im Hinblick auf Spam und widerrechtliche Inhalte) denken.
Bei der Wikia Search wird dies ausgerechnet bei einer Suche nach Wikipedia-Gründer Jimmy Wales ziemlich deutlich: Gegner Wales’ haben die Suchergebnisse so beeinflusst, dass auf der Ergebnisseite kritische Einträge zu dem durchaus umstrittenen Manager zuerst erscheinen. Außerdem tauchen in der Ergebnisliste bspw. die Wikipedia-Artikel zu “Syphilis” oder “Paedophile” auf. Präkent ist auch, dass von Nutzern gelöschte Artikel nicht aus der Liste verschwinden, sondern lediglich durchgestrichen dargestellt werden und zudem jederzeit auch wieder “undeleted” werden können.

Die Suchmaschine wird also voll darauf vertrauen müssen, dass der größte Teil der Nutzer auf Zack ist und auf jeden unpassenden oder widerrechtlichen Eintrag sehr schnell reagiert. Ansonsten könnte sich die Wikia Search sehr schnell zu einem Sammelbecken von Spammern und sonstigen Manipulatoren entwickeln. Es wird also spannend sein, zu sehen wie sich das Projekt weiter entwickelt.