Das Bundeswirtschaftsministerium hatte einen Wettbewerb für die Förderung von “Trusted Cloud” Aktivitäten ausgeschrieben. Über 100 Anträge gingen ein von denen 12 Projekte Fördermittel erhalten. Wir sind stolz darauf, im Rahmen des MIA Konsortiums aus der TU Berlin und weiteren Partnern zu den Gewinnern von Fördermitteln zu gehören.
Am ersten Tag der Cebit fand die offizielle Bekanntgabe auf der Cebit statt (s. Foto)
Über Inhalte und Zielsetzung unseres gemeinsamen unter der Leitung der TU Berlin und Prof. Volker Markl entstandenen Projektes möchte ich auf folgende Pressemitteilung verweisen.
MIA – ein Marktplatz für Informationen und Analysen
Das deutschsprachige Web mit derzeit mehr als 6 Milliarden Webseiten bietet ein außerordentliches Potential für zahlreiche Anwendungen (APPs), z.B. in den Bereichen Markt- und Trendforschung, Vertrieb von Nachrichten, der Sprachverarbeitung und allgemein der „Business Intelligence“ (Unternehmenssteuerung). In dem Projekt „MIA – ein Marktplatz für Informationen und Analysen“, das vom Bundeswirtschaftsministerium im Rahmen des „Trusted-Cloud“-Wettbewerbs gefördert wird, entwickelt ein Konsortium von Industrie- und Forschungspartnern unter der Leitung des Fachgebiets Datenbanksysteme und Informationsmanagement (DIMA) der Technischen Universität Berlin einen Prototypen für einen Informationsmarktplatz für Deutschland. Ziel des Projekts ist es, durch die Schaffung einer Marktplatz-Infrastruktur die Bereitstellung, Veredelung, Vermarktung und Abrechnung von Daten und Mehrwertdiensten auf diesen Daten zu ermöglichen. Um dieses Ziel zu realisieren, erfolgt eine Übertragung und Adaption von Ergebnissen aus der Grundlagenforschung in Cloud Computing und Informationsmanagement (z.B. aus dem THESEUS – Alexandria Projekt, und der DFG Forschergruppe „Stratosphere – Informationsmanagement in der Cloud“). Ein besonderes Merkmal des Projekts ist es, dass das deutschsprachige Internet inklusive seiner Historie als Datenbasis für Analysen und Mehrwertdienste bereitgestellt werden soll. Eine derartige Infrastruktur ermöglicht völlig neuartige Geschäftsmodelle mit Informationen und Analysen als elektronisch handelbarem Gut, die darauf bauen, in den Daten implizit und unstrukturiert vorhandenes Wissen durch algorithmische Verfahren explizit und damit nutzbar zu machen. Die gemeinschaftliche Speicherung, Analyse und Verwertung der Daten des deutschsprachigen Webs bietet erhebliche Kosteneinsparpotentiale bzw. hohe Innovationspotentiale. Auf diese Weise soll eine Basis für die Informationsökonomie in Deutschland geschaffen werden, die es insbesondere kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) ermöglichen wird, Daten und Analyseverfahren anzubieten und nachzufragen. Dadurch werden insbesondere für KMU erhebliche Markteintrittsbarrieren und Innovationsbarrieren beseitigt. In der ersten Pilotierung enthält der Marktplatz Anwendungsfälle für die Branchen „Medien“, „Marktforschung“ und „Beratung“ unter besonderer Berücksichtigung der hierfür spezifischen Anforderungen an Datenschutz und Datensicherheit. In weiteren Ausbaustufen werden eine Internationalisierung sowie die Ausweitung der bereitgestellten Dienstleistungen angestrebt.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) fördert durch “Trusted Cloud” die Entwicklung und Erprobung von innovativen, sicheren und rechtskonformen Cloud Computing-Diensten mit insgesamt rund 50 Mio. Euro. Hinzu kommen Eigenmittel der Projektbeteiligten in etwa gleicher Höhe, so dass insgesamt rund 100 Mio. Euro zur Verfügung stehen. Das BMWi-Technologieprogramm “Trusted Cloud” ist Teil des Aktionsprogramms Cloud Computing, das das BMWi im Oktober 2010 gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft gestartet hat.
Konsortialführer:
Fachgebiet Datenbanksysteme und Informationsmanagement (DIMA), Technische Universität Berlin
Konsortialpartner:
Empulse GmbH
Fraunhofer Institut für Rechner und Systemtechnik (FIRST)
Neofonie GmbH
Temis Deutschland GmbH
VICO Research & Consulting GmbH